006. Wissenswertes: Das Geheimnis der Mistel

Das Geheimnis der Mistel.


Die Mistel (Viscum album) war schon immer von Geheimnissen umhüllt. Für die alten Druiden war dieser immergrüne Strauch, der zwischen Himmel und Erde zu "schweben" schien, ein göttliches Zeichen – eine heilige Pflanze, die mit Ritualen und Opfern gefeiert wurde. Auch heute pflegen wir die Tradition, sie zu Neujahr als Glückssymbol über unsere Türen zu hängen. Doch jenseits der Mythologie verbirgt die Mistel eine absolut geniale Überlebensstrategie, die Wissenschaftler seit Ewigkeiten fasziniert.

Wie kommt sie "nach oben", wenn Samen nach "unten" fallen?

Die Mistel ist ein wählerischer Halbschmarotzer: Auf dem Boden kann sie nicht überleben. Würden ihre Samen einfach herabfallen, würde die Art schnell verschwinden. Wie schafft sie es also, die hohen Zweige benachbarter Bäume zu besiedeln? Das Geheimnis liegt in einer unerwarteten Zusammenarbeit mit Vögeln – insbesondere Amseln – und einer einzigartigen chemischen "Erfindung":

Ein Festmahl im Mittwinter: Die Mistel trägt genau dann Früchte, wenn die Nahrung für Vögel am knappsten ist. Ihre gelblich-weißen Beeren, die wie winzige Perlen aussehen, werden zu einem unwiderstehlichen Leckerbissen für Amseln.

Der lebensrettende "Kleber": Im Gegensatz zu anderen Früchten sind Mistelsamen mit einer extrem klebrigen Substanz namens Viscin überzogen.

Der Gärtner wider Willen: Wenn der Vogel das süße Fruchtfleisch frisst, bleiben die Samen an seinem Schnabel kleben. Da die Amsel ein sehr ordentlicher Vogel ist, kann sie diesen Schmutz nicht ertragen und beginnt, ihren Schnabel am nächstgelegenen Ast zu reiben, den sie finden kann.

Durch diesen einfachen Akt des Reinigens wird der Mistelsamen effektiv genau dort "gepflanzt", wo er sein muss: auf der Rinde eines Wirtsbaumes, bereit, Wurzeln zu schlagen.

Schnee-Entdecker (Felis catus) – „Seelenwärmer“, nützlich, um den Winterblues zu vertreiben, für die Schnurrtherapie und das Bewachen des Gartens unter dem Schnee.
Schnee-Entdecker (Felis catus) – „Seelenwärmer“, nützlich, um den Winterblues zu vertreiben, für die Schnurrtherapie und das Bewachen des Gartens unter dem Schnee.

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