001. Was wir von den Pflanzen verwenden und wann

Wurzeln (Radix), Rhizome (Rhizoma), Zwiebeln (Bulbus) und Knollen (Tubera)

Die unterirdischen Teile der Heilpflanzen werden im zeitigen Frühjahr geerntet – so früh wie möglich, bevor sich die oberirdischen Teile entwickeln – oder im Herbst, nachdem die oberirdischen Teile verwelkt sind.

Die oberirdischen Teile (Herba)

Das Kraut der Pflanze wird in der Regel kurz vor der vollen Blüte oder während der Blütezeit geerntet, wenn die Konzentration der medizinischen Wirkstoffe am höchsten ist.

Blattknospen (Gemmae oder Turiones)

Sie werden im zeitigen Frühjahr zu Beginn der Vegetation gesammelt, wenn sie noch geschlossen und reich an bioaktiven Verbindungen sind.

Die Rinde (Cortex)

Sie wird im zeitigen Frühjahr geerntet, wenn sie sich leicht von den Zweigen und Stämmen lösen lässt. Dies gewährleistet eine saubere und effiziente Gewinnung des pflanzlichen Materials.

Die Blätter (Folium)

Sie werden geerntet, nachdem sie vollständig entwickelt sind. Man sammelt sie im Ganzen, ohne sie zu zerdrücken, da flüchtige Substanzen und ätherische Öle verloren gehen, wenn die Blätter zu früh gebrochen oder gemahlen werden.

Heilkräutergarten (Hortus Medicus)
Heilkräutergarten (Hortus Medicus)

Blüten (Flores)

Sie werden je nach Art in verschiedenen Stadien geerntet: bei einigen Pflanzen vor dem Aufblühen, bei anderen während der vollen Blüte und bei manchen kurz vor dem Verwelken, um ihr Aroma und ihre therapeutischen Eigenschaften zu bewahren.

Bestimmte Früchte (Fructus)

Einige werden bei voller Reife geerntet, während andere gesammelt werden, sobald sie zu trocknen beginnen – ganz nach den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Heilpflanze.

Die Samen (Semen)

Sie werden kurz vor der vollständigen Reife geerntet und anschließend sofort in dünnen Schichten zum Trocknen ausgelegt. Das verhindert Schimmelbildung und bewahrt die Keimfähigkeit sowie die medizinische Qualität.

Alle diese Arten von pflanzlichen Rohstoffen werden unmittelbar nach der Ernte getrocknet, um ihre Wirkstoffe, ihr Aroma und ihre Qualität für den späteren Gebrauch zu erhalten.

Für die Verwendung von Heilpflanzen als solche oder in Form von Kräutertees, Tinkturen, Extrakten und anderen Naturheilmitteln muss das Pflanzenmaterial die höchstmögliche Reinheit aufweisen. Heilpflanzen aus Gebieten, die mit chemischen Pestiziden behandelt wurden, oder aus belasteten Zonen wie Industriegebieten, Parks, Ziergärten und von Wegrändern werden nicht verwendet.

Bevor sie als Aufgüsse (Infusionen), Absude (Dekokte), Extrakte oder andere Kräuterzubereitungen verarbeitet werden, werden die Heilpflanzen mit kaltem Wasser gewaschen – genau wie Obst und Gemüse –, um Staub und oberflächliche Verunreinigungen zu entfernen.